Helga Volk hat ihr Leben dem Lesen verschrieben

Zeitungsartikel aus der IVZ. Donnerstag, 29. Juni 2017 - 12:08 Uhr von Peter Henrichmann-Roock


Heute geht es im Wirtschaftsreport um die Buchhandlung von Helga Volk in Recke, wo es seit 31 Jahren reichlich Lesestoff gibt. Sie managt mit Herzblut und Elan gemeinsam mit ihrem Mann Andreas Böcker das Geschäft.


Bücher – und noch ganz viel Drumherum – das ist ihr Leben: Helga Volk und Andreas Böcker leiten die Buchhandlung Volk in Recke.

RECKE. „Recke könnte eine Buchhandlung brauchen...“ – es ist sehr lange her, dass Helga Volk (57) das gedacht hat. Nicht nur gedacht, sondern auch gemacht. Sie war damals 26 Jahre jung, „Sturm und Drang-Zeit“, sagt sie lächelnd und erinnert sich an 1986. Als sie sich selbstständig machte. Dort, wo man eine Buchhandlung brauchen konnte. In Recke. Es war eine gute Idee!

In die Wiege gelegt sind ihr Bücher und Lesen wahrlich nicht: Helga Volk stammt vom Bauernhof aus Limbergen (Neuenkirchen bei Bramsche). Fünf Geschwister und ein Vater, der schlicht keine Zeit fürs Lesen hatte. Für Helga Volk aber wurden Bücher zum Lebensinhalt: Sie las viel, mit 13 Jahren leitete sie die katholische Bücherei vor Ort. Sie erledigte ihren Realschulabschluss an der Fürstenbergschule in Recke und startete in den Beruf: In einer Buchhandlung in OS lernte sie Bürokauffrau und arbeitete danach als Buchhändlerin in Beratung und Verkauf. Kiel, wieder OS, Bielefeld – beruflich gingen einige Jahre ins Land. Aus der Kauffrau wurde eine Buchhändlerin, die ihren Job mit Elan und Herzblut lebte.

Und die wohl ein bisschen Heimweh hatte und zurück in die Heimatregion wollte: „Ich habe damals bei der Gemeinde nachgefragt, ob man in Recke eine Buchhandlung braucht. Die haben „Ja“ gesagt und mich an die Hand genommen“, erinnert sich Helga Volk an ihren Start in die Selbstständigkeit.


„Nicht viel nachdenken, einfach machen“

Sie suchte eine Herausforderung und sie wollte was Eigenes: „Nicht viel nachdenken, einfach machen“, sagt sie, war damals ihr Motto. Gefährlich war‘s nicht, denn Helga Volk hatte mit Otto Lohmann (Mettingen) einen Unternehmensberater als Starthelfer an ihrer Seite. Ihm ist sie heute noch dankbar und immer noch eng verbunden. Mit gesundem Selbstbewusstsein – „ich war überzeugt, dass ich das kann“ – eröffnete sie an der Vogteistraße ihren Laden. Und der lief gut an.

Andreas Böcker (52), ihren Mann, den kannte sie damals noch nicht. Er kommt aus Recke, wuchs mit neun Geschwistern auf: „Ich war der Siebte, das ist hart...“, sagt er augenzwinkernd. Großfamilie – er hat gelernt sich durchzubeißen: Mittlere Reife in Recke, aus Überzeugung Zivildienst statt Bundeswehr – und dann ging der technisch interessierte junge Mann zur Post und lernte Fernmeldetechniker. Ein Beruf ohne Zukunft, wie sich herausstellen solle: Kein Geselle wurde übernommen. Die Post bot ihm einen Job an – als Postbote. Aber in Bottrop. Böcker war nicht begeistert, fühlte sich gezwungen, nahm den Job, weil er musste und machte sich auf in den Ruhrpott: „Es war die Hölle“, sagt er freimütig. Er wohnte in Essen, hasste die Großstadt – zwei Jahre, dann reichte es.


„Dann kam Helga“

Andreas Böcker kehrte heim. Er arbeitete als ungelernte Kraft aber zufrieden als Tischler in der Möbelfabrik Kattwinkel in Laggenbeck. „Dann kam Helga“, erinnert er sich ans Kennenlernen bei einer Party zum Jahreswechsel ‘89/‘90. 1994 wurde geheiratet. Das Paar freute sich über zwei Söhne – und stellte sich die Was-Nun-Frage? Andreas Böcker wurde „Hausmann“, Helga Volk machte weiter in der Buchhandlung – eine perfekte Lösung bis 1999: Dann stieg auch Böcker ins Geschäft mit ein. Grund dafür war: Die Buchhandlung Volk vergrößerte und übernahm damals auch eine Post-Agentur. Ein unternehmerischer Fehler, wie sich natürlich erst im Nachhinein herausstellte. Fünf Jahre – „es war furchtbar“, sagt Böcker – das mit der Post-Agentur hat „überhaupt nicht funktioniert.“ Ärger mit den Provisionen, Ärger mit den Abrechnungen, Ärger mit... „es war schon eine Erlösung, als das mit der Post vorbei war“, sagt Helga Volk.

Insgesamt hat sie sich ihre Liebe zum Beruf durch dieses Post-Zwischenspiel aber nicht verderben lassen: „Ich habe mir meinen Erfolg erarbeitet“, sagt Helga Volk.

Durchaus ehrgeizig und durchaus selbstbewusst ging sie ihren Weg, steckte zehn bis zwölf Stunden Tage in ihre Buchhandlung und sorgte dafür, das Volk zu einem „guten Namen“ wurde in Recke. „Ich glaube, ich kann gut mit Menschen und mit Kunden umgehen“, sagt die Frau, die gern und oft lächelt. Offenheit und sich nicht verbiegen, das ist ihre Devise. „Ich hatte bislang ein absolut schönes Berufsleben“, sagt sie.


Rund 60 Bücher pro Jahr

Viel Zeit für Freizeit blieb nicht: Dennoch liest Helga Volk querbeet rund 60 Bücher (sie hat keinen E-Book-Reader) pro Jahr. Die Frau, die für jeden Kunden einen guten Tipp parat hat, liest selbst gerne Krimis und Unterhaltungs-Romane.

Ihr Mann, der Techniker im Hause, ist eher der Sachbuch-Typ. Viel gemeinsame Freizeit (der Laden fordert seinen Tribut) haben sie nicht: Helga Volk liebt die Nordsee, Langeoog ist ihr Traumziel, wo sie auch alleine Ruhe und Entspannung findet. Städtetouren, selten gemeinsam mit ihrem Mann, oder Besuche bei den beiden inzwischen erwachsenen Kindern in Erfurt und Osnabrück sind ab und an mal möglich. Andreas Böcker entspannt sich beim Gitarre spielen, lebt sein Technik-Gen aus und kniet sich rein in jeden Computer-Kram oder fotografiert am Lieblingsort im schönen Recker Moor. Fernweh? „Fehlanzeige...“, sagt Böcker. Zufrieden sein, das geht eben auch in Recke!


„Ein wenig steigern möchten wir das schon“

„Wir fühlen uns hier pudelwohl“ – alles neu, alles hell, alles großzügig und alles schön: Helga Volk und Andreas Böcker sind sehr zufrieden mit ihrer seit März 2016 komplett neuen Buchhandlung. Am Standort hat sich seit 31 Jahren kaum etwas geändert: Vogteistraße, da war Volk immer schon zu finden. 150 m² (plus 50 m² Lager/Büro) hat der Laden. Der Standort mit den großzügigen Parkplätzen vor der Tür ist langfristig gemietet.

Die Kundenfrequenz bezeichnet Volk als gut, obwohl natürlich auch ihre Buchhandlung das veränderte Einkaufsverhalten durchs Internet-Geschäft bemerkt. Fünf Mitarbeiter sind im Team, sechs Tage die Woche ist offen, rund 50 Kunden pro Tag kommen ins Geschäft. Das Einzugsgebiet umreißt die Inhaberin mit etwa 15 Kilometer rund um den Standort in Niedersachsen und in Westfalen. Der Stammkundenanteil ist mit 80% plus sehr hoch.

„Der Job macht Spaß, wir sind erfolgreich und kommen gut klar“, sagt Helga Volk und zeigt sich zufrieden mit dem Umsatz. Zahlen nennt sie nicht, „ein wenig steigern möchten wir das schon“, sagt sie: „Wir wollen kontinuierlich wachsen und präsent bleiben in den Köpfen der Leute.“


Das Geschäft steht auf mehreren Säulen:

  • Buchhandel: Das Sortiment ist komplett, sagt Helga Volk, 20000 Bücher und Hörbücher sind vor Ort zu haben. Auch antiquarische Bücher besorgt die Buchhandlung Volk auf Wunsch. Es gibt den „Bücher-über-Nacht-Express“, ein Botendienst für bestellte Bücher nach Hause ist kostenloser Service. Kinder-/Jugendbücher sowie Taschenbücher sieht Helga Volk als Stärke, Service und Beratung sowieso. Der Laden bietet Lese- und Spielecke, Kaffee, Kekse und für vergessliche Kunden sogar Lesebrillen. Rund 20000 Bücher und Schulbücher werden umgesetzt.

  • Geschenkartikel sind das zweite starke Standbein: Hochwertige Artikel von Spiegelburg aus Münster sind ebenso im Angebot wie Deko-Artikel, Lampen, Tassen, Brettchen oder kindgerechtes Spielzeug und „einige hundert nette Kleinigkeiten“, sagt Andreas Böcker.

  • Veranstaltungen: Hier ist Volk seit 2004 schon sehr rege. Bis zu acht hochkarätige Events pro Jahr werden angeboten. Das Spektrum reicht über Lesungen, Kabarett und Musik bis zu Kleinkunst. Es ist Platz für bis zu 100 Gäste, die Eintrittspreise sind „moderat“.

  • Schulen: Das Thema Buch/Lesen in Schulen präsent zu halten ist ein Herzensanliegen für Helga Volk. Sie geht zu Info-Veranstaltungen in die Schulen und bietet Aktionen zum Welttags des Buches an.

  • Online: Die Homepage informiert ausführlich über alles Wissenswerte zur Buchhandlung Volk. Zudem gibt es einen Online-Shop, E-Book-Reader und E-Books sind zu haben. Und natürlich gibt es Volk auch auf Facebook.

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Wir sind seit 30 Jahren Ihre Buchhandlung in Recke und bieten ein vielfältiges Angebot mit einem umfangreichen Service. Und falls Sie etwas vermissen, fragen Sie uns! Wir versuchen das Unmögliche möglich zu machen.




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